Bürgerinitiative Hoppenrade

für eine natürliche Umgebung

Anliegen

Schloss_HoppenradeDas Dorf Hoppenrade gehört zur Gemeinde Löwenberg und bildet einen historisch gewachsenen Ortskern um das Schloss Hoppenrade, welches 1723 als eingeschossige Dreiflügelanlage erbaut und 1800 um ein Stockwerk erweitert wurde.

Die Umgebung von Hoppenrade wurde als SPA (special protected area) eingestuft. Es handelt sich dabei um das Vogelschutzgebiet „Obere Havelniederung“, welche Hoppenrade komplett umgibt.

Bildschirmfoto vom 2016-02-14 11:26:07Die Hoppenrader Bevölkerung (derzeit 168 Bürger, davon ca. 25 Kinder) schätzen und lieben die natürliche Umgebung sehr. In den vergangenen 15 Jahren zog es daher auch viele Berliner nach Hoppenrade, um hier an einem ruhigeren Platz zu leben und dort auch zu arbeiten.

So leben in unserem Dorf Lehrer, Architekten, Journalisten, Köche, Maler, Musiker, Bildhauer, Kaufleute, Berufs-Kraftfahrer, IT-Spezialisten, Jäger, Sachbearbeiter, Rentner, Handwerker, Kinderbetreuer und Unternehmer mit Firmen in den unterschiedlichsten Branchen. Es sind auch noch viele andere Berufe hier vertreten.

unser-schöner-alter-StallNur 500m unweit des Schlosses und noch viel näher an den Grundstücken der Apfelallee (ca. 70m), befindet sich bereits ein Milchkuhstall für ca. 100 Tiere, dessen bauliche Maße exakt aus dem SPA ausgenommen sind. Die Immissionen, die derzeit von diesem Kuhstall ausgehen, liegen unserer Meinung nach schon an der Grenze des Zumutbaren. So führt bespielsweise die einzige Zufahrt zum Rinderstall an unserem Schloss vorbei, quer durch den denkmalgeschützten Ortskern. Vom 8.2.16 6.00 Uhr früh bis 9.2.16 6.00 Uhr früh zählten wir beispielsweise 68 Zufahrten zum Rinderstall. Es handelte sich dabei zum großen Teil um lautstarken Schwerlastverkehr.

Am 31.01.2016 erhielten wir außerdem Kenntnis von einem weiteren Projekt, das auf eine massive Belastung unseres Dorfes durch einen zusätzlichen Rinderstall bedeuten würde.

Nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass hier ein 126m langer und 12,45m hoher (etwa 4 stöckiges Haus) Rinderstall mit Zusatzgebäuden sowie ein Güllebehälter mit 30m Durchmesser gebaut werden soll. In der neuen Anlage sollen 586 Rinder untergebracht  werden. Außerdem besteht die Option auf den Bau einer (Bio)-Gasanlage.

Dieser neue Rinderstall, der insgesamt eine größere Grundfläche als alle Häuser in Hoppenrade zusammen umfasst, soll in unmittelbarer Nähe zu den nächsten Grundstücken in Hoppenrade errichtet werden. Der minimale Abstand beträgt stellenweise 150m. Zudem soll der alte Rinderstall, der noch näher an den Privat-Häusern liegt, saniert oder neu errichtet werden.

Wir gehen davon aus, dass die zukünftigen Immissionen durch Verkehr, Lärm, Schadstoffe, Bioaerosole, resistente Keime, Stickstoff, CO², Amoniak usw. um ein vielfaches ansteigen werden. Für den Fall, dass die Biogasanlage wie geplant realisiert wird, dürfte sich der Austritt ökologischer Schadstoffe noch deutlich erhöhen. Wir sind der Überzeugung, dass diese zusätzlichen gesundheitlichen Belastungen für die Bevölkerung an dem geplanten Standort unbedingt vermieden werden müssen.

Das geplante Vorhaben lässt es an der notwendigen Rücksichtnahme auf die Gesundheit der Menschen und die ökologische Umgebung im angrenzenden Vogelschutzgebiet fehlen. Im Ergebnis halten wir daher das geplante Vorhaben für einen krassen Verstoß gegen den Gedanken der Umweltschonung, die uns von allen Parteien tagtäglich gepredigt wird. Und zu dem sich ja die jüngste Volksbefragung in Brandenburg nachdrücklich bekannt hat. Erschwerend kommt hinzu, dass die Gründe einer Ablehnung des Projektes von der Gemeindevertretung Löwenberger Land im Zusammenhang mit dem Bau einer Biogas-Anlage in unserem Nachbar-Ort Großmutz im Jahre 2009, in bemerkenswerter Klarheit formuliert worden sind:

Wir zitieren die damalige Begründung der Entscheidung:

Dem Antrag auf Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens zur Errichtung und zum Betrieb einer Biogasanlage in der Gemarkung Großmutz der Firma Abel Re Tec GmbH & Co. KG vom 14.12.2009 wurde nicht stattgegeben. Begründung:

1. Die Errichtung einer Biogasanlage am geplanten Standort in der Gemarkung Großmutz entspricht nicht den städtebaulichen Vorstellungen der Gemeinde Löwenberger Land. Anlagen mit diesen Ausmaßen sollen räumlich sinnvoll einem bereits in ähnlicher Weise vorgeprägten Gebiet zugeordnet werden. Die derzeitige Darstellung im Flächennutzungsplan als Fläche für die Landwirtschaft widerspricht der geplanten Nutzung.

2. Die landwirtschaftliche Nutzung unterliegt durch den erhöhten Maisanbau einem Wandel, der eine Verarmung der Feldflur zur Folge hat und der Lebensmittelproduktion wird weiterer Boden entzogen.

3. Das Schutzgebiet Landwirtschaft wird durch die geplante Biogasanlage und durch die veränderte landwirtschaftliche Flächennutzung erheblich beeinträchtigt. Die Höhe der Betonfermenter mit Tragluftdach von ca. 9-14 m stellt eine Einschränkung des Landschaftsbildes dar.

4. Durch den Betrieb der Anlage, durch das Blockheizkraftwerk, durch das erhöhte Verkehrsaufkommen und durch die veränderte landwirtschaftliche Flächennutzung ist eine negative Beeinflussung des SPAGebietes (Vogelschutzgebiet) zu erwarten. Der landschaftlich wertvolle Bereich wird durch die wirtschaftlichen Aktivitäten beeinträchtigt.

5. Eine Gefährdung und Belästigung der Anwohner durch Lärm, Geruch und Verkehr ist nicht auszuschließen.

Die negativen Aspekte, die am damaligen Standort erkannt wurden, treffen beim neuen Projekt mindestens ebenso, wenn nicht noch mehr zu.

Da der Informationsfluss insgesamt dürftig verläuft, zuweilen sogar von der Verschleierung relevanter Tatsachen geprägt ist, soll diese Webseite alle interessierten Bürger über den weiteren Verlauf des Projektes detailliert informieren.

Die Bürgerinitiative Hoppenrade wird die Interessen Ihrer Unterstützer, mit fachkundinger, juristem Beratung, im Sinne der Erhaltung unseres Dorfes vertreten.

Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wenberger_Land#Schloss_Hoppenrade
  • Informationsschreiben unseres Ortsbeirats
  • Akteneinsicht beim Bauordnungsamt

 

Buergerinitiative Hoppenrade © 2016